Montag, 30. August 2010
Dienstag, 29. Juni 2010
Dienstag, 22. Juni 2010
Donnerstag, 6. Mai 2010
Mittwoch, 21. April 2010
Dienstag, 6. April 2010
Samstag, 3. April 2010
why I like cologne ... sometimes
Mutter zu ihrem kleinen Kind: Hier Lea, für Dich.
Sie gibt ihr was Süßes.
Kioskmann: Heißt die Lea?
Mutter: Nee Leandra, wir tun die abkürzen.
Kioskmann: Ach deswegen ist die so klein.
Freitag, 26. März 2010
Buku Wajah
Schulhof, Campus und Kantine
Facebook - der neue Raum der indonesischen Mittelschicht
Dominik Adrian
Der Autor stellt sich die Frage, was die jungen Menschen in Indonesien dazu treibt sich derart rege auf Facebook zu engagieren, wie es im Moment der Fall ist.
Wie 5,8 Millionen andere Deutsche habe auch ich ein Profil bei Facebook. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt in Jogjakarta ist mein virtueller Freundeskreis deutlich größer geworden. Viele mir völlig unbekannte Indonesier möchten sich immer wieder zu meinen „Freunden“ gesellen. Die Anzahl der Statusmeldungen, Einladungen zu Konzerten oder Aufforderungen an Onlinespielen teilzunehmen, bei denen ich mich als Landwirt oder Maffiaboss versuchen kann, ist seitdem exponentiell gestiegen.
Nuranti hat in den letzten zehn Stunden fünf mal ihren Status geändert. Es wird den Tag über nicht dabei bleiben. Einmal klagt sie über Kopfschmerzen ein anderes Mal über die klirrende Kälte, die sich offenbar über das tropische Jogja gelegt zu haben scheint. Dann hat sie ein paar Fotos von sich im traditionellen javanischen Look hochgeladen, später kondoliert sie den Angehörigen der Opfer von Haiti - all dies verfolgt und kommentiert von den 2.200 Personen, die sie in den zwei Jahren seit Beginn ihrer Mitgliedschaft als Facebookfreunde gewonnen hat. Zwei bis vier Stunden täglich verbringe sie mit Facebook, so schätzt sie, zusätzlich versende sie dann und wann ein paar SMS, die dann in dem Programm für jedermann sichtbar werden. Sie mag es, dass sich so viele Menschen für ihre Äußerungen interessieren, nur manchmal, da würde sich der ein oder andere im Ton vergreifen. Auf ihrem Profil finde ich acht kürzlich gesendete, virtuelle Blumensträuße von einem offensichtlich sehr engagierten Verehrer.
Burhan widmet sich heute in einer seiner kolumnenhaften Status-Meldungen, die meist mit einem „aku sedang berpikir“ (ich denke gerade…) beginnen, wortreich einer Kritik an der Evolutionstheorie und erntet dafür stolze zehn Kommentare. Je mehr Antworten, desto fröhlicher ist er gestimmt, erzählt er mir später.
In Deutschland haben Netwerke wie Facebook immer noch unter den regelmäßigen Meldungen über einen zu laxen Umgang mit Datenschutz zu leiden. Viel vorsichtiger werden die Privatssphäre-Einstellungen eingerichtet, im Pendant StudiVZ gibt es kaum noch jemanden, der der seinen wirklichen Namen angibt, noch seltener findet man Email-Adressen oder gar Handy-Nummern. Anders in Indonesien - Heppi, Windo, Meinar, alle haben sie heute schon irgendetwas mitunter sehr Privates gepostet und sofern sich ihre Freunde dazu geäußert haben, kann dies wiederum von deren Freunden gelesen werden und so weiter.
Die Facebook - Manie
Dass Indonesien von einer regelrechten Facebook-Manie gepackt worden ist, scheint indes mehr als mein persönlicher Eindruck zu sein. Ämter in Surabaya und Universitäten in Jakarta sperren neuerdings die Seiten der Social Networks und Chatplattformen unter anderem mit der Begründung, die Nutzung dieser Dienste nehme langsam Überhand und lenke ihre Mitarbeiter und Studenten zusehends von ihren Aufgaben ab.
Und auch in Zahlen ist der Erfolg, den Facebook in Indonesien verzeichnet, beispiellos: Es ist mittlerweile die meistbesuchte Internetseite im Land und zählt heute über 14 der geschätzten 41 Millionen Internetnutzer des Landes zu seinen Mitgliedern, mit einem Wachstum von über 1.500% innerhalb des letzten Jahres (2009). Immer weiter, so scheint es, verdrängt die Plattform in einer Art evolutionärem Prozess alle anderen Netzwerke; denn warum noch Accounts bei Friendster, Myspace oder Mig33 haben, wenn man bei Facebook ohnehin jeden findet.
Mit dem Erfolg wächst auch die Kritik. Manche Kräfte im Land sehen die Formen, die der Umgang mit dem Internet in Indonesien annimmt und deren derzeitiger Zenit die Vernetzung von Millionen von Bürgern abseits der etablierten Institutionen auf Facebook bildet, mit Skepsis.
Das erwähnte Facebookverbot im öffentlichen Dienst Surabayas etwa gründete auch auf moralischen Bedenken. Der Personalchef, der dafür eintrat, machte mit Argwohn die zunehmende Beliebtheit der Seite dafür verantwortlich, dass sich die Scheidungsrate seiner Angestellten erhöht habe. Sie provoziere das Flirten untereinander.
Ähnliche Bedenken hatten auch einige der 700 Imame, die im Mai letzten Jahres in Kediri zusammenkamen, um eine gemeinsame Haltung zu Netzwerken wie Facebook und Friendster zu finden. Konservative Stimmen verlangten eine Fatwa mit der Begründung Facebook sei ein Portal, das Zugang zu Pornographie ermögliche, Lust und Sex propagiere und schier unbegrenzte Möglichkeiten für junge Menschen unterschiedlichen Geschlechts biete unkontrolliert voreheliche Kontakte zu knüpfen. Während diese Position offenbar auf den diffusen Ängsten vor einem Lebensstil beruhte, der dem des sogenannten Westens immer ähnlicher zu werden scheint und mittlerweile häufig in einem Zug mit Forderungen für Fatwas gegen Haarglättung oder Motorradtaxi-Fahrten für Frauen (wegen der unvermeidlichen körperlichen Berührung zwischen den Geschlechtern) als Signale für einen fortschreitenden Konservatismus des Islams in Indonesien genannt wird, begnügten sich andere Imame mit dem Hinweis darauf, dass Facebook sowohl für gute wie für schlechte Zwecke genutzt werden könne und man deshalb einfach achtsam bleiben müsse.
Burhan sieht dies genauso. Facebook sei eben nicht so einfach zu bewerten wie Schweine- oder Rindfleisch. Es sei eher wie ein Messer, das man sinnvoll nutzen oder eben auch missbrauchen könne. Sollte eine Fatwa erlassen werden, würde er sich für die Argumentation interessieren. Er sei ein gläubiger Muslim, aber blind befolgen würde er sie nicht.
Überhaupt eine Meinung zu dieser Fragestellung zu haben, scheint in Indonesien allerdings eher die Ausnahme zu sein. Denn wenngleich die verkürzte Meldung, indonesische Immame hätten Facebook verboten, die durch die internationale Presse ging, hitzige, oft Islam-feindliche Kommentare in Blogs und Internetzeitungen provozierte, war das Echo der indonesischen Blogger und Facebooknutzer insgesamt eher verhalten bis desinteressiert. Neben Flirt, Klatsch und Tratsch, die die moralischen Bedenken schüren, formiert sich aber auch politischer Widerstand zu Themen, die die Facebookgemeinde wirklich interessieren: Korruption etwa oder Kritik an der Obama-Statue. So formieren sich über Facebook immer häufiger Lobbies für alle möglichen politischen Standpunkte und Forderungen. Der Journalist Taufik Ramadhan Indrakesuma geht in einem Artikel in der Jakarta Post gar soweit zu behaupten, nun sei das Ende der Straßenproteste erreicht. Er ist der Meinung, dass öffentliche Demonstrationen mit ihren knappen Slogans in unserem Informationszeitalter nicht mehr zeitgemäß seien. Man sei es inzwischen gewohnt sich vollständige Argumentationen zu vergegenwärtigen, über Blogs und Netzwerke ließen sich Kritikpunkte reflektiert darstellen und publizieren. Gingen Menschen hingegen mit verkürzten Forderungen auf die Straße, erweckten sie damit lediglich den Eindruck, ungebildet zu sein und würden kaum mehr ernst genommen werden.
Auch wenn die Tendenz, dass sich Proteste sukzessiv von der Straße auf das Netz verlagern für die traditionell politisch engagierten Studenten Indonesiens vielleicht zutreffen mag, lässt Indrakesuma dabei aber außer Acht, dass sich bei weitem nicht alle Indonesier über das Internet Gehör verschaffen können.
Wer steckt hinter der Facebookgemeinschaft?
Wer steckt also hinter dieser sich so rege engagierenden Gemeinschaft Facebooks?
Die wenigsten Menschen in Indonesien besitzen einen eigenen Internet-Anschluss. Nur wer es sich leisten kann, geht in den urbanen Zentren mit dem eigenen Laptop im Foutcourt eines Einkaufszentrums oder in einem der szenigen Cafés mit W-Lan Netz umsonst online. Neben dem Privileg des eigenen Notebooks setzt dies aber auch voraus, dass man über die Ressourcen verfügt, sich die Getränke und Speisen dort leisten zu können, deren Preise die Gebühren für eine Stunde in einer schlichten Kabine eines gewöhnlichen Internetcafés (Warnet) meist übersteigen.
Die Warnets bilden nach wie vor für den überwiegenden Teil der Nutzer das Tor zum Internet. Die Preise variieren stark, in Jogjakarta kostet eine Stunde je nach Geschwindigkeit und Einrichtung zwischen 3.000 und 15.000 Rupiah (etwa 0,20 bis ein Euro). Schon in der Peripherie der Städte nehmen Geschwindigkeit und Stabilität der Leitungen jedoch rapide ab. Auf den entlegeneren Inseln ist eine Einwahl wenn überhaupt oft nur über sehr langsame Mobilfunkverbindungen möglich.
Wie Anfang des letzten Jahrzehnts Mobiltelefone durch immer günstigere Preise und eine Staffelung der Guthabenkarten in kleinste Einheiten schließlich den Weg in die Tasche eines jeden Parkwächters, Becak-Fahrers oder einer jeden Hausangestellten gefunden haben, so durchdringt heute auch das Internet langsam den Archipel. Doch zum jetzigen Zeitpunkt konzentriert sich dieser Trend eben vor allem noch auf die urbanen Gebiete.
Die technischen Fertigkeiten und Kenntnisse, die ein Programm wie Facebook erfordern, stellen für einen großen Teil der Bevölkerung eine Barriere dar. Vor allem aber ist das Internet ein Luxus, der für den größten Teil der Bevölkerung immer noch unerreichbar und unerschwinglich ist. Das Internet und die Gemeinschaft, die sich durch Facebook in Indonesien vernetzt, ist dementsprechend auch ein Phänomen der urbanen Mittelschicht.
Eine Abgrenzung zur armen Bevölkerung
Was die neue Mittelschicht in Indonesien kennzeichnet, beschrieben die Soziologen Gerke und Evers Ende der 1990er als einen Lebensstil, der sich vor allem auf Konsum und Freizeit konzentriere. Lebensstile seien etwas, womit man sich identifiziere und die man benutzen könne, um anderen Kollektividentitäten und Zugehörigkeit mitzuteilen. Die Zugehörigkeit zu einer gebildeten, konsumierenden, freizeitorientierten Schicht zu verkörpern, bedeute gleichzeitig die Abgrenzung zur armen Bevölkerung, die sich diesen Luxus nicht leisten kann. Ihre Mitglieder kämen vor allem aus dem akademischen Bereich und der Bürokratie, die selbst aber teilweise „symbolisch“ konsumieren müssten, um ihrem Status gerecht zu werden, wenn ihr Einkommen den erwarteten Lebensstil nicht zuließe. Dieser symbolische Konsum könne zum Beispiel die Form vom Kauf und Tausch von Secondhand-Markenkleidung haben oder sich in dem zur Schau stellen von Verpackungen von Fastfoodketten oder Fotos von Reisezielen, die man in Wirklichkeit nie besucht hat, äußern (Evers/Gerke 1999, Gerke 2000).
Wenn man so will, ist ein lebhaftes Engagement bei Facebook Ausdruck genau dieser Merkmale: Ich habe die Freizeit und das Geld, um ständig etwas von mir zu geben. Auf Fotos zeige ich vielleicht, dass ich etwas von der Welt gesehen habe, durch ausländische Freunde gebe ich mich international vernetzt und durch meine Kommentare und einen ausgefeilten Profilauftritt kann ich außerdem jedermann zeigen, dass ich kein Einfaltspinsel bin.
Könnte das ein Grund für den Erfolg der Seite sein, für das Engagement, das die Millionen von Studenten täglich aufbringen, um auf sich aufmerksam zu machen, Unterhaltungen, die man im RL (Real Life) mit dem Kabinennachbar führen könnte, online vor Publikum auszutragen, Freunde zu sammeln und Fotos von sich zu zeigen?
„Tatsächlich“, wendet Burhan im Chat ein „haben sich meine Ausgaben signifikant erhöht, seit ich regelmäßig auf Facebook aktiv bin“. Für ihn, der an der UGM in Jogjakarta studiert und nebenbei bereits als Übersetzer arbeitet, gibt dies vielleicht Anlass in seinem nächsten Post eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Facebook-Besessenheit anzuregen, doch existenziell bedrohen wird es ihn nicht. Anders ging es etwa dem zwanzigjährigen Rahmansyah, der in einer polizeilichen Vernehmung angab, er habe, unter anderem um seine Verfügbarkeit bei Facebook zu finanzieren, gar begonnen Handtaschen zu stehlen. Verfügbarkeit kann sich eben nicht jeder leisten.
Facebook ist der Schulhof, der Campus oder die Kantine des Internets. Hier wird getratscht, geflirtet, gescherzt, getrauert und freilich auch gemobbt, Meinungsmache betrieben und Werbung für dieses und jenes gemacht. Geschäftliche Kontakte, Freundschaften und Liebeleien mögen dort entstanden sein. Der politische Druck, der durch Kampagnen ausgeübt werden kann, ist ein neues Mittel für außerparlamentarische politische Partizipation. Aber es ist die Plattform einer bestimmten gesellschaftlichen Klientel, kein öffentlicher Marktplatz und keine Straße und sicher nicht das Sprachrohr der 110 Millionen Indonesier, die mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen müssen.
Literatur:
Evers, Hans-Dieter/ Solvay Gerke (1999): Globale Märkte und symbolischer Konsum: Visionen und Modernität in Südostasien, Bielefeld: Fakultät für Soziologie.
Gerke, Solvay (2000): Global Lifestyles under Local Conditions: the New Indonesian Middle Class. In: Chua Beng Huat (Hg.), Consumption in Asia,
Erschienen in:
Südostasien 1/2010, JG. 26
Montag, 15. März 2010
Mittwoch, 10. März 2010
Von Ohr zu Ohr
Heute gewähre ich euch einen Einblick in den Ursprung allen Leids, aller Freude, allen Ärgers, Kummers, aller Lust und Laune von Bob Oxaldo - ja in den Moloch, den ich mein Oberstübchen nenne. Seht also her und staunt über den reinsten Egotrip!
Mittwoch, 24. Februar 2010
Dienstag, 2. Februar 2010
Dienstag, 8. Dezember 2009
Tatortzutaten

Seit ein paar Jahren gehöre auch ich zu den 78 Millionen Deutschen, die Sonntags abends um 20.15 rituell den Tatort schauen. Seit einiger Zeit bleibe ich irgendwie aber auch bei jeder Wiederholung dieses Fernsehmonoliten hängen und ertappe mich sogar dabei, wie ich mir hin und wieder im Internet verpasste Tatorte reinziehe. Von Public-Tatort-Viewing halte ich allerdings nichts. Es muss vorm heimischen TV sein und außerdem muss man auch nicht jedes nostalgische Gefühl in der Masse abfeiern.
Keine Ahnung, ob es die Sehnsucht nach eben diesem Feeling ist, das seit Kindertagen auch Wetten dass...? auslöste, dieses gemeinschaftliche Fernsehereignis der 80er-Jahre Abend-Unterhaltung, eine Sicherheit verströmende Atmosphäre, wenn Tommy seine hammermäßigen Gags raushaute und die ganze Familie Deutschland gebannt vor der Glotze saß oder meinetwegen zu irgendeinem Rathausplatz rannte, um der Saalwette beizuwohnen, das heimisch, wenn nicht gar heimatlich war und nur ein klitzekleines bisschen von regelmäßigen Warnungen Eduard Zimmermanns getrübt wurde, da seinerzeit gleichzeitig dutzende Wohnungen in der Republik ausgeräumt wurden. Wer sich schonmal eine Wetten dass...? Wiederholung am Sonntag Mittag angeschaut hat, der weiß, dass dieses Event von diesem deutschen Wir-Moment lebt und nicht konservierbar ist. Die oftmals sogar zusammengeschnittenen Versionen sind langweilig wie ein Fernsehgarten.
Beim Tatort ist es das Strickmuster, das Rezept, das einem spätestens nach fünfmaligen Schauen diese Geborgenheit verschafft, die einem Sonntag abend würdig ist: die Tatortzutaten eben.
Es ist zunächst einmal der Sidekick, der in der Regel den jeweiligen Regionaldialekt übertrieben stark babbelt, berlinert, schwätzt, kallt, schnackt oder sabbelt und allein dadurch für den heiteren Aspekt der Sendung sorgen soll. Meistens ist dieser irgendein Kollege - der Gerichtsmediziner, der Assistent oder der Ermittlungspartner des meistens zugezogenen Kommissars ist der Michael Mittermeyer, der Maddin, der Mario Barth oder die Hella von Sinnen des jeweiligen Tatorts. Der Kommissar selbst muss ferner gewisse kernige Eigenschaften haben, um die öffentlich-rechtliche Geborgenheit zu versprühen: Er hat ein völlig desolates Privatleben, ist geschieden, verwitwet oder beziehungsunfähig und ein solches Arbeitstier, dass Deutschland keine Probleme mit Kriminalität haben würde, wäre der Tatort ein Spiegel der Realität. Ist er aber nicht, und das ist auch gut so. Denn dann könnten die Ermittler auch nicht ständig passend zum wochenendlichen Kriminalvergnügen Geburtstag haben. Diese Geburtstage werden allein gefeiert oder die Feier von einem neuen Mordfall oder einer wichtigen Information gestört, die alles sofort unterbricht.
In einem Tatort muss außerdem gegessen werden. Aufgrund der mangelnden Werbepausen haben die Tatortdramaturgen sicher schon eingeplant im unmittelbaren Nachspiel einer Currywurst- oder Leberkässzene keine Schlüsselszenen folgen zu lassen und die Einbrecher haben bestimmt ihren Coup bereits erledigt, wenn die ganze Nation den Gang in die Küche antritt. Gleiches gilt für Bier, das Hektorliterweise und bisweilen sogar am Arbeitsplatz getrunken wird (natürlich nur nach einer Non-Stop-35-Stunden-Schicht). Was noch? In irgendeiner Folge wird der Ermittler selbst unter Verdacht geraten. Öfter noch sind aber beste Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen in Mordfälle verstrickt.
Für die ultimative Frage nach dem Täter lassen sich die Tatortschöpfer schon immer was Nettes einfallen. Mit geschultem Blick entwickelt man mit der Zeit aber doch ein einigermaßen zuverlässiges Gespür durch das Auftreten der Schauspieler zu erkennen, wer der Täter ist. Nie, und das lässt sich wirklich festhalten: NIE ist derjenige der Täter, der von Anfang an durch Arroganz, Fremdenhass, Eitelkeit oder andere Untugenden glänzt. So erdrückend die Beweise auch sein mögen, diese Menschen sind immer unschuldig. Man sollte sein Augenmerk bei der eigenen wochenendlichen Kriminalarbeit ganz klar auf die Menschen legen, die hieb- und stichfeste Alibis haben, die sich einer guten Sache widmen, sympathisch wirken und in der Regel auch irgendeine freundschaftliche Bindung zu dem Ermittler aufbauen, die für ihn wiederum einen kleinen Lichtstrahl in seiner miesen Existenz bildet, nur aber, um ihn dann mit doppelter Wucht auf den Boden seines miserablen Soziallebens zu schmettern. Oft sind es auch Menschen mit körperlichen Leiden, die es ihnen auf den ersten Blick unmöglich machen ein Gewaltverbrechen zu begehen, schließlich aber doch irgendwie hinter der Sache stehen.
Zu den Tatortregeln gehört aber auch, dass es immer noch einen Twist geben muss. Das echte Motiv kann einem meistens in den ersten 60 Minuten unmöglich verständlich werden, da die Infos oft erst dann langsam durch eine völlig neue Facette der Story offenbar werden können. Also Geduld! So viel zu den Tipps also für die Zuschauer, die einen Tatortgenuss auch als eine sportliche Herausforderung verstehen.
Apropos Sport: natürlich darf auch beim Tatort Bewegung nicht fehlen. Da der überwiegende Teil der Serie aus Befragungen, Gesprächen und Verhören von Menschen im besten Alter besteht, die in der Regel im Sitzen oder Stehen oder vielleicht mal bei einem Spaziergang, der dann häufig als Gelegenheit genutzt wird auch mal die jeweiligen städtischen Sehenswürdigkeiten in Szene zu setzen, stattfinden, müssen die Autoren aufpassen, dass dem Zuschauer nach einer arbeitsamen Woche nicht die Füße einschlafen. Daher muss jeder Kommissar mindestens einmal pro Folge rennen, die Waffe ziehen, über Zäune klettern u.ä., egal wie alt oder korpulent er oder sie auch ist. Dies wird häufig durch eine weitere Tatort-Zutat ausgelöst: Irgendein Zeuge wird im Angesicht der Bullen immer augenblicklich die Flucht antreten. Dadurch macht er sich zwar ziemlich verdächtig, aber woher sonst soll die Action kommen. Klar ist dabei, dass der Flüchtige in diesem Fall maximal ein minder schweres Delikt auf dem Kerbholz hat, nie aber der Mörder ist.
In der Tatortwelt wird auch nicht viel von Vornamen gehalten. Man redet sowohl über als auch mit anderen Menschen grundsätzlich, indem man nur den Nachnamen nennt. "Zirner, nimm die Waffe runter", "Klemm hat den Durchuchungsbefehl nicht genehmigt" usw.
Packt man diese Zutaten zusammen, dann entsteht der wohlig warme Muff der allwochenendlichen Fernsehunterhaltung. Herrlich!
Und wieder was gefleddert..Was nützt´s? Ach wees ick nüscht. Haha
Montag, 9. November 2009
Dienstag, 27. Oktober 2009
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Sensationell

Falls Du denkst, das sei eine Fotomontage, look at this!
Freitag, 9. Oktober 2009
Han Sarrazin
Dienstag, 8. September 2009
Politische Bildung
Mittwoch, 2. September 2009
this land isn´t my land
Thüringen:
Sachsen:
Das Saarland ist zu klein, darum Brandenburg:





